| Begriff |
.NET Framework |
| Abkürzung |
.NET FX |
| Synonyme/Aliase |
|
Erläuterung des Begriffs
.NET Framework
Das .NET Framework ist eine moderne Softwareentwicklungsplatt-form der Firma Microsoft. Das .NET Framework ist der Hauptbe-standteil des .NET-Konzeptes. Mit Novell Mono existiert inzwischen auch eine Open Source-Variante des .NET Framework.
Das .NET Framework ist ein neues technisches Konzept zur Anwen-dungsentwicklung unter Windows. Dabei ist – im Gegensatz zu anderen, von Microsoft zum Hype erklärten Neuerungen – das .NET Framework eine wirklich große Veränderung, wie Microsoft sie alle fünf bis sechs Jahre vollzieht. Vergleichbare Veränderungen waren der Schritt von DOS zu Windows und von 16-Bit-Windows zu 32-Bit-Windows.
Das .NET Framework zeichnet sich durch folgende Kernmerkmale aus:
- Konsequente Objektorientierung
- Plattformunabhängiges Softwarekomponentenmodell inkl. Laufzeitumgebung und Klassenbibliothek
- Integration einer (transparenten) Verteilungsplattform
- Unabhängigkeit von einer Programmiersprache
Microsoft bezeichnet das .NET Framework in der Werbung als
- Internetoptimiertes Softwarearchitekturmodell und
- "Webservice-Infrastruktur"
Beide Bezeichnungen werden dem .NET Framework insofern nicht gerecht, dass man mit dem .NET Framework nicht nur Internet-Anwendungen, sondern (fast) jegliche Form von Anwendungen mit Ausnahme von Betriebssystem-Treibern erstellen kann.
Links:
http://msdn.microsoft.com/net/
http://www.gotdotnet.com/
http://www.dotnetframework.de/
Varianten:
Es gibt keine getrennte Variante für Client und Server, d.h. auch Klassen, die üblicherweise nur für einen Server relevant sind (z.B. ASP.NET) werden auf einem Client installiert.
Es gibt eine Light-Version des .NET Framework für Windows CE, das .NET Compact Framework (CF).
Versionsgeschichte:
- Erste öffentliche Alpha-Version: Juli 2000
- Version 1.0 Final: Januar 2002
- Version 1.1 Final: April 2003
- Version 2.0 Alpha: Juni 2003
- Version 2.0 Beta 1: Juni 2004
- Version 2.0 Beta 2: April 2005
- Version 2.0 Final: geplant für 7.11.2005
- Version 3.0: geplant für 2007
- Version 4.0: zu erwarten für 2009/2010
Microsoft verwendet intern und auch in öffentlichen Dokumenten Codenamen anstelle der Versionsnummer:
- Everett = .NET 1.1
- Whidbey = .NET 2.0
- Orcas = .NET 3.0
- Hawaii = .NET 4.0
Voraussetzungen für .NET-Anwendungen
Zur Ausführung von .NET-Anwendungen wird auf dem Zielsys-tem lediglich das kostenlose .NET Framework Restributable (22 MB) benötigt. Das .NET Framework Restributable ist bisher nur in Windows Server 2003, Windows Longhorn und Pocket PC ab 2003 enthalten. Für andere Betriebssysteme (außer Windows 95) gibt es ein kostenloses Add-on.
Für die Entwicklung von .NET-Anwendungen gibt es verschie-dene Ausbaustufen:
- minimal: .NET Framework Restributable und ein beliebiger Texteditor
- besser: .NET Framework SDK (152 MB): kostenlos
- noch besser: Sharp Develop (Open Source) oder Web Matrix (Microsoft): kostenlos
- Standard: Visual Studio .NET 2003
- Optimal: Visual Studio .NET 2003 + diverse Zusatzwerkzeu-ge (kostenlos + kommerziell)
Wesentliche Merkmale des .NET Framework:
Wesentliche Merkmale des .NET Framework sind:
- Durchgängige Objektorientierung: auch elementare Datenty-pen wie Zahlen, Zeichenketten und True/False sind Objekte
- Wiederverwendbare Softwarekomponenten
- Plattformunabhängigkeit durch Zwischenspra-che/Intermediation mit Just-in-Time-Compiler, wie bei Java: Write Once Run Anywhere (WORA)
- Verschiedene Anwendungstypen (Fat-Client, Web, Dienste)
- Sprachunabhängigkeit (mehr als 30 verschiedene Program-miersprachen) mit sprachübergreigenden/r Aufru-fen/Vererbung
- Einheitliche Laufzeitumgebung mit Diensten wie Threading, Garbage Collection, Exception Handlung
- Umfangreiche einheitliche Klassenbibliothek für alle .NET-fähigen Programmiersprachen
- XML-basierte Konfiguration von Anwendungen (Abkehr auf Windows-Registrierungsdatenbank)
- Code-Sicherheit durch Sandbox-Konzept wie in Java
- Meta-Daten (automatische Meta-Datengenerierung und manu-elle Meta-Daten)
- XCopy-Deployment (Verteilung von Anwendungen durch einfaches Kopieren der Programmdateien sowie zugehörige Bibliotheken und Ressource-Dateien)
- Interoperabilität zu Plattformen: COM, Windows 32API sowie XML-Webservices (zu Java und CORBA auch durch Drittan-bieterprodukte).
Kernbausteine des .NET Framework
Common Language Runtime (CLR)
Laufzeitumgebung mit Gar-bage Collector, Exception Handling, Multi-Threading, Code-Sicherheit, u.a.
Microsoft Intermediate Langu-age (MSIL)
Zwischensprache
Common Type System (CTS)
Sprachunabhängiges Typkonzept
Common Language Specification (CLS)
Regelwerk für Sprachinteroperabilität
C#, Managed C++, Visual Basic .NET, JScript .NET, u.a.
.NET-fähige Programmierhochsprachen
.NET Framework Class Library (FCL)
Klassenbibliothek
Windows Forms
Entwicklung von Windows-GUI-Anwendungen
ASP.NET Web Forms
Entwicklung von Web-Anwendungen
ADO.NET Datenzugriff
.NET Remoting
Fernaufrufprotokoll
WinFX
Managed Class Library für Windows XP, 2003 und 2006
Avalon
Entwicklung von Windows-GUI-Anwendungen auf Basis von XML
Indigo
Fernaufrufprotokoll auf Basis von Webservice-Standards
Microsoft Shell (MSH)
Laufzeitumgebung für Skripte
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Querverweise zu anderen Begriffen im Lexikon
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