.NET (DOTNET)


 Fachbücher zum Thema .NET (DOTNET)

.NET (gesprochen DOTNET) ist der Oberbegriff für die zentrale Softwareentwicklungsinfrastruktur der Firma Microsoft. .NET ist heute allgemein neben Java die am meisten verwendete Softwareentwicklungsplattform für neue Softwareentwicklungsprojekte. Microsoft hat mit dem .NET nicht nur eine konsistenten Nachfolger für das bisherige Wirrwarr von Softwareentwicklungsplattformen für Windows geschaffen, sondern auch eine echte Alternative zu Java.

Schreibweise

Bezüglich der genauen Schreibweise von .NET gibt es einige Meinungsverschiedenheiten. Zum Teil schreibt Microsoft selbst .net oder .Net. Einige Medien schreiben den Begriff aus: DOTNET oder dotnet. Vorherrschend und von Micro-soft selbst meist verwendet ist jedoch die Schreibweise mit drei Großbuchstaben. Diese Schreibweise wird auch in diesem Buch verwendet (außer auf dem Cover, da hier das offizielle Logo abgebildet ist, das die Kleinschreibweise verwendet).

Ziele von .NET

Ziel von .NET ist es, eine moderne, flexible und plattformneutral Softwareentwicklungsplattform auf hohem Abstraktionsniveau für die Entwicklung von Software aller Art zu schaffen.

.NET bietet Unterstützung für die Programmierparadigmen
Mit Ausnahme der Hardwaretreiberprogrammierung deckt .NET von Desktop-Anwendung bis Web-Anwendungen, von Systemdiensten bis Webservice und von Datenbankroutinen bis zur Office-Programmierung alle Anwendungsarten ab.

Microsoft hatte .NET von Anfang an plattformneutral konzipiert, selbst aber keine Bestrebungen zur Implementierung auf Mac und Unix / Linux unternommen. Weite Teile von .NET sind aber inzwischen durch die Initiative anderer Unternehmen (insbesondere Novell) auch für andere Betriebssysteme verfüg-bar. Und dies wird von Microsoft sogar unterstützt mit Hinblick auf die wachsende Anzahl von Konkur-renzbetriebssystemen, insbesondere im Markt der mobilen Geräte. Microsoft selbst bietet mit Silverlight eine Variante von .NET auch für Mac OS an.

Bestandteile

Wesentliche Bestandteile von .NET sind:
Im weiteren Sinne gehören zur .NET-Welt aber auch
  • Novell Mono als Open Source-Implementierung des .NET Frameworks
  • Diverse zusätzliche Sprachen, Bibliotheken und Werkzeuge von anderen Herstellern, viele davon Open Source

Geschichtliches

Anfangs (Jahre 2000-2003) hatte Microsoft .NET als Marketing-Begriff für alle neuen Produkte (Betriebssystem, Server, Office) verwendet – nach Kritik von Kunden und Medien hat Microsoft jedoch die sinnvolle Redu-zierung auf das .NET Framework und zugehörige Softwarekomponenten und Werkzeuge vollzogen.

Ursprünglich hatte .NET sechs Teilbereiche:
1. .NET Framework
2. .NET Enterprise Server
3. .NET Device Software
4. .NET Tools (Visual Studio .NET)
5. .NET User Experience
6. . NET My Services ("Hailstorm")

Es folgt eine Beschreibung der damaligen Teilbereiche:

1. das .NET Framework als ein neues technisches Konzept zur Anwendungsentwicklung unter Windows, das ein neues Komponentenmodell, eine Laufzeitumgebung und ein Intermediation-Konzept beinhaltet
Das .NET Framework umfasst auch ein Regelwerk zum Bau von Compilern (Common Language Specification – CLS) und die Common Language Runtime (CLR), die ei-nerseits Laufzeitumgebung für alle .NET-Anwendungen ist und andererseits für alle Sprachen eine einheitliche Klassenbibliothek bereitstellt.
2. Entwicklungswerkzeuge wie Visual Studio .NET (VS.NET) und Visual Studio for Applications (VSA), die die Entwicklung von Anwendungen auf Basis des .NET Frameworks erlauben
3. die .NET Enterprise Server, die die Infrastruktur für .NET-Anwendungen bereitstellen. Der Name .NET En-terprise Server umfasst zurzeit folgende Produkte:
  • Exchange Server 2000
  • Host Integration Server 2000
  • SQL Server 2000
  • Internet Security and Acceleration Server 2000 (ISA-Server)
  • Commerce Server 2000
  • Biztalk Server 2000
  • Application Center 2000
  • SharePoint Portal Server 2001
  • Mobile Information Server 2001

Da diese Produkte aber bereits im Winter 2000 bzw. Frühjahr 2001 – also vor der Verfügbarkeit einer endgültigen Version des .NET Frameworks – erschienen sind, basiert natürlich keines dieser Pro-dukte auf dem .NET Framework. Die Bezeichnung .NET Enterprise Server ist so zu verstehen, dass diese Serveranwendungen den Aufbau von .NET-Anwendungen unterstützen. Technisch basieren alle diese Server aber noch auf COM; sie benötigen keinen Teil der .NET-Laufzeitumgebung. Die .NET-Laufzeitumgebung war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der meisten .NET Enterprise Server auch noch nicht über das Beta-Stadium hinaus. Möglich ist, dass zukünftige Versionen mit dem .NET Framework neu entwickelt werden.
4. die .NET Device Software zur Anbindung von mobilen Geräten wie Mobiltelefonen, Handheld-Computern (PDAs) und anderen technischen Geräten (z.B. Kühl-schränke, Fernseher)
5. neue Dienste für den Endanwender ("User Experience"). Dieser Bereich ist von Microsoft noch am wenigsten klar definiert. In Fortsetzung des früheren Marketing-Slogans "Information at your Fingertips" verspricht Microsoft bessere Benutzerschnittstellen mit natürlicherer Bedie-nung und besseren Werkzeugen, die dem Benutzer mehr Informationen anbieten. In diesem Zusammenhang wird insbesondere der Einsatz von Agententechnologie ge-nannt. Die Umsetzung dieser User Experience sieht Microsoft in der Benutzeroberfläche "Luna", die mit Windows XP und Windows .NET Server ausgeliefert wird.
6. ein Satz von Anwendungen und Diensten, die zur Bereit-stellung dieser Endanwenderdienste genutzt werden kön-nen. Diese werden als Building Blocks oder auch als Foundation Services bezeichnet. Beispiele dafür sind Storage, Authentication, Code-Updates, Suchdienste und Messaging.

Von diesen Teilbereichen sind als Teil von .NET nur noch übrig:
  • Das .NET Framework
  • Die Entwicklungswerkzeuge
  • Einige wenige Building Block Webservices

Alle anderen Produkte existieren noch, tragen aber nicht mehr den Namen ".NET", z.B.

Internet-Ressourcen:

http://msdn.microsoft.com/net/
http://www.dotnetframework.de/

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